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Luftverschmutzung daheim oft sehr schädlich PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 26. Oktober 2018 um 10:09 Uhr


Luftverschmutzung daheim oft sehr schädlich

US-Forscher haben Schadstoffbelastung in den eigenen vier Wänden aufwendig überwachen lassen

Forscher Jason Wiese und sein "MAAV"-System (Foto: Dan Hixson, utah.edu)

Forscher Jason Wiese und sein "MAAV"-System (Foto: Dan Hixson, utah.edu)

Salt Lake City (pte/04.10.2018/12:30) Die in der Wohnungsluft enthaltenen Mikroschadstoffe sind schlecht für die Gesundheit. Bisher wurden sie laut einer Studie der University of Utah http://utah.edu aber viel zu wenig als Gefahr wahrgenommen. Tragbare Monitore machen den Dreck in der Luft jetzt erstmals sichtbar. Erste Tests haben ergeben, dass sich dadurch das Verhalten der Menschen drastisch ändert. Die Ergebnisse werden am 9. Oktober im Rahmen der ACM International Joint Conference on Pervasive and Ubiquitous Computing http://ubicomp.org/ubicomp2018 präsentiert.

Laut Forschungsleiter Jason Wiese wollten die Wissenschaftler den Menschen dabei helfen, mehr über die unsichtbaren Einflüsse auf die Luftqualität in ihrem Umfeld zu verstehen. Während des Tages kann die Luftverschmutzung in einem Innenraum stärker sein als draußen. Verantwortlich dafür sind Aktivitäten wie Staubsaugen, Kochen, Abstauben oder die Nutzung des Wäschetrockners. Die Folge können Gesundheitsprobleme sein. Betroffen sind vor allem junge und ältere Menschen mit Asthma.

Tragbare WLAN-Monitore

Das Team hat eine Reihe tragbarer Monitoren zur Überwachung der Luftqualität konstruiert. Sie wurden mit WLAN ausgestattet und mit einen Server an der Universität verbunden. Drei Sensoren wurden in sechs Haushalten in Salt Lake City und anderen Regionen des Bundesstaats Utah angebracht. Insgesamt blieben sie zwischen 2017 und 2018 elf Monate vor Ort. Zwei wurden in verschiedenen sehr belasteten Bereichen des Hauses wie der Küche oder einem Schlafzimmer angebracht und einer vor dem Haus oder in der Nähe des Eingangs.

Jede Minute ermittelte jeder Sensor automatisch, wie viel Feinstaub in der Luft enthalten war und schickte diese Daten an den Server. Die Bewohner selbst konnten sie sich auf einem Amazon-Tablet für jeden Raum aufgeschlüsselt ansehen. Daten für bis zu 30 Tagen wurden den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Um Belastungsspitzen erkennbar zu machen, wurden die Hausbesitzer mit einem sprachgesteuerten Google-Home-Lautsprecher ausgestattet. Sie konnten den Server so darüber informieren, dass ein bestimmter Zeitraum, wie zum Beispiel beim Kochen, von Interesse für die Forscher sein könnte. Zusätzlich erhielten die Teilnehmer eine SMS mit einer Warnung vor einer sich drastisch verschlechternden Luftqualität.

Werte ändern das Verhalten

Während der Laufzeit der Studie zeigten sich für die Experten beim Einsatz des Systems mit der Bezeichnung "MAAV" einige sehr interessante Trends. Eine Hausbesitzerin erkannte zum Beispiel, dass die Luftverschmutzung drastisch zunahm, wenn sie mit Olivenöl kochte. In der Folge suchte sie nach Alternativen, die bei der gleichen Temperatur weniger Rauch erzeugten. Eine andere Teilnehmerin erkannte über diese Daten, dass das Staubsaugen und Putzen direkt vor einem Besuch einer Person mit Allergien eher schadet. Durch das MAAV-System wurde ihr klar, dass sie es noch viel schlimmer machte, da die Luftbelastung dadurch drastisch zunahm. Auch sie veränderte in der Folge ihr Verhalten.

Die Teilnehmer lüfteten bei schlechterer Luft mehr und verglichen die Messwerte der Räume. Dadurch konnten sie jene Räume bewusst meiden, in denen die Schadstoffbelastung höher war. Laut Wiese macht erst ein derartiges System erkennbar, wie schlecht die Luftqualität in den eigenen vier Wänden eigentlich ist. Die Forscher fanden auch heraus, dass die Ursachen für eine erhöhte Belastung in jedem Haushalt unterschiedlich waren.

Das Staubsaugen zum Beispiel führte zu ganz verschiedenen Messwerten. Zusätzlich zeigte sich, dass das Sichtbarmachen der Luftqualität auch dazu führte, dass sich die Studienteilnehmer permanent über die aktuellen Messwerte informierten. Wiese hofft nun, dass auch die Industrie auf diesen Zug aufspringt und entsprechende Produkte auf den Markt bringt. Die Forschungsergebnisse wurden in den "Proceedings of the ACM on Interactive, Mobile, Wearable and Ubiquitous Technologies" veröffentlicht.

(Ende)
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