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Plexiglas wird künftig nie wieder zum Abfall


Plexiglas wird künftig nie wieder zum Abfall

Materialwissenschaftler der University of Bath haben die perfekte Recycling-Technik entwickelt

Produkte aus Acryl: lassen sich nun immer wieder recyceln (Foto: Gabriele M. Reinhardt, pixabay.com)

Produkte aus Acryl: lassen sich nun immer wieder recyceln (Foto: Gabriele M. Reinhardt, pixabay.com)

Bath (pte/07.04.2026/06:10)

Das unter den Markennamen Perspex und Plexiglas verkaufte Acryl lässt sich mit einem neuen Verfahren der University of Bath jetzt unzählige Male recyceln. Damit könnte dieser Kunststoff, von dem pro Jahr rund drei Mio. Tonnen produziert werden, zum Kreislaufprodukt werden, das weder die Umwelt belastet noch den bedrohlichen Klimawandel begünstigt. Bisher wird dieses Material zur Wiederverwendung eingeschmolzen und neu geformt. Dabei gehen wichtige Eigenschaften verloren, sodass diese Art des Recyclings nach wenigen Zyklen beendet ist.

Qualitätsverluste sind passé

Bei dem neuen Verfahren der University of Bath (https://www.bath.ac.uk/ ) wird das Material in seine Ausgangsbestandteile - Monomere - zerlegt, die wiederum zu Acryl vernetzt werden können. Dabei gibt es keine Qualitätsverluste, sagen die Wissenschaftler. Zudem liege die Reaktionstemperatur deutlich unter der, die für die heutige Recycling-Methode nötig sei. Es werde also noch Energie eingespart.

Bei der heute gängigsten Recycling-Methode wird der Kunststoff zerkleinert und eingeschmolzen, um Granulat für die Herstellung neuer Produkte zu gewinnen. Dies führt jedoch zu Verfärbungen, sodass sich dieses Granulat nicht mehr für glasähnliche Anwendungen wie Bildschirme oder Brillen verwenden lässt.

Pyrolyse ist heißere Lösung

Der Fokus der Branche lag bisher auf der sogenannten Pyrolyse. Darunter ist das Erhitzen auf 350 bis 400 Grad Celsius gemeint, um den Kunststoff in seine monomeren Bausteine zu zerlegen. Dieser Prozess ist jedoch sehr energieintensiv. Das gleiche Ziel erreichen Jon Husband (https://www.bath.ac.uk/case-studies/dr-jon-husband-joins-iscc-to-develop-sustainable-chemical-technologies/) und Simon Freakley (https://researchportal.bath.ac.uk/en/persons/simon-freakley/) vom Institut für Nachhaltigkeit und Klimawandel der Universität in Bath allerdings mit deutlich geringerem Energieaufwand.

Die Spaltung findet bei einer Temperatur von 120 bis 180 Grad Celsius statt. Das ist möglich, weil das Material zusätzlich mit ultraviolettem Licht bestrahlt wird, das den Spaltungsprozess erleichtert. Damit gelingt es, 95 Prozent des Acyls aufzuspalten. (https://www.nature.com/articles/s41467-025-67997-7) In den Laborversuchen geht es um das Recycling von jeweils wenigen Gramm Acryl. Jetzt arbeiten die Forscher daran, das Verfahren in einen größeren Maßstab zu überführen, um es industriell einsetzbar zu machen.

 

(Ende)
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